Dienstag, 24.04.2012
AK Soziales in Langenhagen
Fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof Bad Gandersheim
22. Februar 2012 0 KommentareUwe Schwarz (SPD) fordert Bekenntnis
Der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz hat sich der immer noch andauernden Problemlage am Bahnhof Bad Gandersheim in einer „Kleinen Anfrage“ an die Landesregierung erneut angenommen. Seit der Verbreiterung des Bahnsteiges, verbunden mit dem Rückbau von Gleis 1 auf dem Bahnhof, ist ein barrierefreier Übergang zum Gleis 2 nicht mehr möglich. Menschen mit Behinderungen und Handicaps müssen die Unterführung benutzen. Unter Bezugnahme auf das Antidiskriminierungsgesetz, das Niedersächsische Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderungen und der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen, bezeichnet Schwarz die Situation als ein Unding. Die Frage an die Landesregierung, ob die fehlende Barrierefreiheit ein weiterer Baustein im Rahmen der seit Jahren zu beobachtenden Serviceverschlechterung am Bahnhof ist, um eine Schließung voranzutreiben, ist an dieser Stelle mehr als berechtigt.
„Leider hat die Antwort des FDP-Ministers Bode auf die Frage mit der Realität nichts zu tun. Rechtlich mag es ja sein, dass es sich in der Vergangenheit nie um einen offiziellen Übergang gehandelt habe und somit keine Verschlechterung am Bahnhof eingetreten sei. Faktisch wurden in der Vergangenheit aber insbesondere Reisende mit Handicaps oder mit Gepäck von den Bahnbediensteten selbstverständlich und in der Regel automatisch über den Übergang geleitet“, so Uwe Schwarz in einer ersten Einschätzung der Antwort. Weiter macht er deutlich: „Durch den Rückbau ist ohne Not eine deutliche Verschlechterung für die Reisenden eingetreten, obwohl es sicher ohne großen baulichen Aufwand möglich gewesen wäre, diesen Übergang zu erhalten. Minister Bode bestätigt mit den Ausführungen nur den Eindruck, dass anscheinend seitens der Landesregierung kein Interesse besteht, einen barrierefreien Übergang für den Bahnhof Bad Gandersheim zu gewährleisten.“
Die Antwort ist nicht nur ein klarer eindeutiger Verstoß gegen die bestehende Gesetze, sondern setzt auch eine Salamitaktik fort, was die schrittweisen Serviceverschlechterungen am hiesigen Bahnhof betrifft (Schwarz stellte in der Vergangenheit Anfragen zum Schalter, zum Personal, zur Reduzierung der Verbindungen etc.). Da die Verkehrsnachfrage im Bahnhof Bad Gandersheim mit ca. 400 Kunden am Tag nicht den Grenzwert von 1000 Reisenden erreicht, planen die Verantwortlichen derzeit keinen Ausbau der Station Bad Gandersheim, heißt es in der Begründung des Ministers weiter.
Eine deutliche Verschlechterung der Fahrgastzahlen, verursacht insbesondere auch durch Fahrplanumstellungen, wird vom Minister zwar bestätigt, aber sogleich auch für die Argumentation genutzt, warum am Bahnhof nichts investiert werden muss. „Diese Vorgehensweise der Landesregierung hat System. Erst werden durch Fahrplanänderungen künstlich die Fahrgastzahlen reduziert, was auch nachhaltige Auswirkungen auf die Pendler hat und im nächsten Schritt werden so genannte Richtwerte nicht mehr erreicht, damit Verbesserungen am Bahnhof vorgenommen werden. Nach diesen neuerlichen Ausführungen erwarte ich ein klares Bekenntnis der Landesregierung zum Bahnhof Bad Gandersheim, zum Heilbad-Status unserer Stadt und zur Kulturstadt Bad Gandersheim“, so Uwe Schwarz abschließend.
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