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Presse Foto: Schwarz

14. September 2020: Neuordnung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Landkreis Northeim – Landtagsabgeordneter Uwe Schwarz (SPD) fordert KVN auf, Pläne zu überdenken

Anlässlich der vor wenigen Wochen öffentlich bekannt gewordenen Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), die Städte Uslar und Bodenfelde dem Bereitschaftsdienstbereich Northeim zuzuordnen, hatte sich der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz bereits im August dieses Jahres mit einer Kleinen Anfrage an die Niedersächsische Landesregierung gewandt. Der Sozialexperte aus Bad Gandersheim appellierte zudem an die KVN, durch die Neuordnung des ärztlichen Notdienstes keine Verschlechterung der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung in der Region herbeizuführen.

„In ihrer nun erfolgten Antwort an mich verweist die Landesregierung richtigerweise auf die alleinige Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der im Rahmen ihres Auftrags zur Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung auch die Organisation der Versorgung außerhalb der regulären Sprechzeiten obliegt“, so Schwarz.

Der neue Dienstbereich soll ab dem 1. Februar 2021 ganz oder teilweise die Städte und Gemeinden Northeim, Moringen, Hardegsen, Kalefeld, Katlenburg-Lindau, Nörten-Hardenberg, Uslar, Bodenfelde sowie den Einbecker Ortsteil Iber und den Ortsteil Dorste aus der Stadt Osterode umfassen.

Laut KVN sei das Ziel der Neuordnung die Reduzierung der Dienstbelastung für die einzelnen Ärztinnen und Ärzte. Die Dienstfrequenz in Adelebsen werde durch die Zusammenlegung 3,3 Dienste pro Jahr betragen (gegenüber 15,5 Dienste, wenn der Bereitschaftsdienstbereich Uslar erhalten blieben). Im Bereitschaftsdienstbereich Northeim betrage die Dienstfrequenz zukünftig 7,3 Dienste. Die zulässige Obergrenze umfasst laut Bereitschaftsdienstordnung 16 Dienste pro Jahr (maximal 4 Dienste pro Quartal).

Die Reduzierung des Bereitschaftsdienstes trage nach Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung außerdem dazu bei, die Attraktivität für ärztliche Niederlassungen zu steigern und sei von erheblicher Bedeutung für die ärztliche Nachwuchsgewinnung, insbesondere in ländlichen Regionen.

„Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung und zur Nachwuchsgewinnung sind zweifelsohne von großer Bedeutung. Wer allerdings die räumlichen Entfernungen in unserer Region kennt, der weiß, dass dieser gigantische neue Bereitschaftsdienstbereich nur von Ortsunkundigen entworfen worden sein kann und vollkommen ungeeignet ist. Die Neueinteilung durch die Kassenärztliche Vereinigung bedeutet eine klare Verschlechterung für die Versorgung in Uslar und Bodenfelde“, kritisiert der Landtagsabgeordnete Schwarz die Pläne der KVN.

„Erschwerend kommen in normalen Wintermonaten noch die Straßenbedingungen im Solling hinzu. Hier werden jedenfalls die Interessen einzelner Ärzt*innen einer vernünftigen Versorgungsstruktur geopfert. Hinzu kommt, dass die zentrale Rufbereitschaftsnummer 116 117 nach den dilettantischen Veränderungen durch Bundesgesundheitsminister Spahn nur noch sehr mangelhaft funktioniert. Das Northeimer Modell, wo sowohl die 116117 als auch der Notruf 112 in der Northeimer Rettungsleitstelle aufgelaufen sind und von dort die Einsätze optimal gesteuert wurden, ist leichtfertig beendet worden“, so Schwarz weiter.

Der Landtagsabgeordnete geht davon aus, dass die geplante Neueinteilung der Bereitschaftsbereiche zwangsläufig zu einer höheren Inanspruchnahme der Notrufnummer 112 führen wird und dadurch unnötig wichtige Ressourcen des Rettungsdienstes gebunden werden. Schwarz fordert die Kassenärztlichen Vereinigung auf, ihre derzeitigen Planungen zu überdenken und realistische Versorgungsbereiche zu bilden.

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