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201217 Caritas Foto: Caritas
BU Ausschnitt Plakat: Kamen innerhalb weniger Tage: 169 Fotos von Kindern und Erwachsenen mit Behinderung mit ihren Wünschen angesichts der Corona-Krise. Grafik: Simone Koopmann

17. Dezember 2020: „Partys und eine lange Lebenszeit“ Caritas veröffentlicht Wünsche von 169 Kindern und Erwachsenen mit Behinderung – Übergabe an Landtagsabgeordnete – Kritik: „Menschen mit Behinderung in Corona-Krise oft übersehen“

Hannover / Dinklage / Diepholz / Oldenburger Land (LCV) „Freunde treffen und umarmen“, vermisst Jonathan (10) aus Dinklage am meisten. Smilla (16) aus Diepholz fehlt das Tanzen. Ihre Wünsche und die von 167 weiteren Menschen mit Behinderung haben sie am Dienstag, 15. Dezember, den Landtagsabgeordneten Volker Meyer (CDU) und Uwe Schwarz (SPD) im Hannoveraner Landtag in Form eines Plakats übergeben.

„Was fehlt Euch am meisten?“ hatte der Landes-Caritasverband für Oldenburg anlässlich des bundesweiten Tages der Menschen mit Behinderung Anfang Dezember gefragt. 169 Fotos mit Wünschen wurden innerhalb weniger Tage aus dem Oldenburger Land und angrenzenden Städten per E-Mail eingesandt.

„Heimfahrt“, steht da beispielsweise als Wunsch in dieser Corona-Zeit in großen Lettern zu lesen. Ebenso wie „Kegeln“ oder „Partys“. „Dass ich meine Schwester besuchen kann“, wird ebenso ersehnt wie „eine lange Lebenszeit“ und die Erwartung, „ meine Mutter zu treffen“.

Jonathan, der in wenigen Tagen seinen 11. Geburtstag feiert, belaste in der Corona-Krise am meisten „die vielen Veränderungen“. Eine „verlässliche Marschrichtung“ würde dem Jungen im Rollstuhl das Leben in der Corona-Krise leichter machen, bestätigt seine Mutter Anne Burhorst, gleichzeitig Mitarbeiterin des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg.

„Menschen mit Behinderung wurden in der Corona-Krise bisher oft übersehen“, lautet ihre grundsätzliche Kritik. Dabei gehörten sie ebenso wie Alte und Kranke zur Risikogruppe. Viele hätten körperliche Leiden, wurden lange vor Corona schon beatmet, hätten Lungenprobleme oder Herzschwächen und seien daher für das Virus anfälliger.

Für Smilla sei das Virus generell schwer vorstellbar. Mit dem Tanzen falle auch der Kontakt zu Freunden weg, bedauert Vater Piet Hirtler, was in eine Isolation führe. „Von Inklusion ganz zu schweigen“, mahnt der Krankenpfleger.

Als ‚Ehrensache‘ bezeichneten es die sozialpolitischen Sprecher der Regierungsparteien, Meyer und Schwarz, Menschen mit Behinderung auch weiterhin nicht zu vergessen. Beim Thema „Werkstätten“ habe man im Vergleich zur ersten Corona-Welle beispielsweise dazugelernt, sagten sie in den Räumen des Hannoveraner Landtags.

Schwarz appellierte gleichzeitig an die Bevölkerung, solidarisch zu sein. Es sei manchmal nicht nachzuvollziehen, worüber Menschen klagen, die besser gestellt sind und denen es im Grunde gut gehe.

Weitere Infos: Landes-Caritasverband, Referat Behindertenhilfe, Tel. 04441/8707-0

DKT 8680 Treffen Hannover Foto: Caritas
BU Treffen Hannover: Trafen sich in Hannover: MdL Volker Meyer, Piet Hirtler (v.l.), Jonathan Burhorst, Anne Burhorst, Smilla Hirtler, Nicole Nordlohne und MdL Uwe Schwarz. Foto: Kattinger

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