Zum Inhalt springen

1. Dezember 2006: Schwarz: „Landesregierung darf sich bei der AIDS-Bekämpfung nicht zurücklehnen“

– SPD schlägt Offensive für Aufklärung und Prävention vor

Die SPD-Fraktion will deutlich mehr Engagement des Landes in der AIDS-Prävention und -Bekämpfung. Sie schlägt deshalb für den Haushalt 2007 eine Aufstockung der Landesgelder um rund 120.000 € auf insgesamt 1,5 Millionen Euro vor und stellt auch deren Gegenfinanzierung sicher. „Die zusätzlichen Gelder sollen für eine Aufklärungsoffensive des Landes bei Jugendlichen eingesetzt werden“, erklärte der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Uwe Schwarz anlässlich des Welt-AIDS-Tages.
Schwarz: Nach wie vor ist die Infektionsrate in Deutschland viel zu hoch, gerade in Ballungsräumen müssen wir sogar mit einem deutlichen Anstieg rechnen. Da ist das übliche buisiness as usual der Landesregierung völlig unangebracht. Er erinnerte daran, dass die Landesregierung seit ihrem Amtsantritt die Gelder für die AIDS-Beratungstellen um über 500.000 gekürzt habe und auch für 2007 eine Nullrunde vorgesehen sei. Frau Ross-Luttmann scheint entgangen zu sein, dass AIDS- Prävention und -Bekämpfung kein Thema von gestern ist. In diesem Zusammenhang wies Schwarz darauf hin, dass laut Unicef in Deutschland die Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema AIDS wieder wachse. Immer weniger Menschen wären interessiert an Aufklärung und Information. Etwa 20 Prozent der 16- bis 20-Jährigen wüssten zum Beispiel nicht, dass man sich auch bei HIV-Positiven anstecken kann, bei denen die Krankheit Aids noch nicht ausgebrochen sei. Auch bemerkenswerte medizinische Behandlungserfolge führten zu Sorglosigkeit und der falschen Auffassung, AIDS sei heilbar und keine tödliche Krankheit mehr. Schwarz: Die Offensive des Landes muss deshalb in erster Linie junge Menschen für Infektionsrisiken und Verbreitungswege sensibilisieren. Beides ist heute nur noch wenig präsent.

Vorherige Meldung: Landesregierung verschließt Augen vor Kinderarmut

Nächste Meldung: Nichtraucherschutz: Landesregierung muss endlich handeln

Alle Meldungen