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4. September 2008: Uwe Schwarz (SPD): Deutsche Bahn AG befördert technisch unerfahrene Bürger auf das Abstellgleis

Die Deutsche Bahn AG plant zukünftig eine Gebühr von 2,50 € für den Kauf von Fahrkarten am Schalter zu erheben. Die SPD-Landtagsfraktion missbilligt diese Pläne und wird dieses Vorhaben nicht einfach hinnehmen. „Es ist schon skandalös mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Deutsche Bahn versucht, Personal einzusparen und den Fahrkartenverkauf ausschließlich durch den Kunden an unpersönlichen Automaten oder über das Internet abwickeln zu lassen. Diese Zusatzgebühr stellt nicht nur eine weitere, versteckte Preiserhöhung dar, sie diskriminiert insbesondere ältere und technisch unerfahrene Bürgerinnen und Bürger, die sich die Benutzung nicht zutrauen. Oft ist der Kartenkauf an den Automaten schon für jüngere Menschen eine Herausforderung. Für Menschen mit Handicaps, z.B. mit starker Sehschwäche oder erblindet, ist die Nutzung der Kartenautomaten nahezu unmöglich, “ so der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Uwe Schwarz.
Auch Umweltverbände kritisieren bereits, dass sich die Bahn mit diesen Methoden selbst ins Aus befördern wird. Besonders Senioren und behinderte Menschen werden durch diese Veränderungen in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt. „Die Bahn verhält sich nicht zum ersten Mal instinktlos und überaus kundenunfreundlich. Dieser Monopolist hat keinerlei Gespür für die Bedürfnisse der Kunden und der Bevölkerung. Die Zusatzgebühr kann auch nicht mit dem geplanten Börsengang gerechtfertigt werden und ist unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht nachvollziehbar. Viele Menschen werden sich zukünftig wieder verstärkt überlegen müssen, ob sie mit der Bahn fahren oder doch wieder das Auto benutzen müssen. Der politisch gewollte und sowohl ökologisch, wie ökonomisch sinnvolle Umstieg vom Individualverkehr auf die Bahn wird durch diesen Schritt jedenfalls keinesfalls gefördert“, ist sich Uwe Schwarz sicher.

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