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6. Januar 2006: „Wir müssen unsere Kinder besser schützen“

SPD will Vorsorgeuntersuchungen zur Pflicht machen

Die SPD-Landtagsfraktion fordert, dass die bislang freiwilligen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche zur Pflicht gemacht werden. Sie unterstützt damit den Vorstoß der saarländischen Landesregierung, die Ende vergangenen Jahres eine entsprechende Bundesratsinitiative angekündigt hatte. „Niedersachsen muss diese Initiative unterstützen“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Uwe Schwarz. Die SPD wird einen entsprechenden Antrag in den Landtag einbringen.
Wenn die Vorsorgeuntersuchungen für alle Kinder verpflichtend sind, können Misshandlungen und Verwahrlosungstendenzen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Kinder eingeleitet werden, so Schwarz. Er verwies auf eine Statistik des UN-Kinderhilfswerks Unicef, nach der in Deutschland jede Woche zwei Kinder an den Folgen von Vernachlässigungen oder Misshandlungen durch ihre Eltern sterben. Der Staat darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass immer mehr Kinder eben nicht in einer heilen Welt aufwachsen. Die Kinderärzte weisen seit Jahren darauf hin, dass gerade Eltern aus schwierigen sozialen Verhältnissen das Angebot der Vorsorgeuntersuchungen nicht annehmen. Das Kinderwohl müsse Vorrang vor dem Elternwillen habe, betonte Schwarz. Skandinavische Länder, insbesondere Finnland, hätten in der Vergangenheit mit im Vergleich zu Deutschland ausgesprochen rigiden Maßnahmen hervorragende Erfolge erzielt. Bei den Vorsorgeuntersuchungen überprüfen Kinderärzte die altersgerechte Entwicklung des Kindes. Die Untersuchungen U1 bis U7 erfolgen in den ersten zwei Lebensjahren. Bei der Untersuchung U10 für Zwölf- und 13-Jährige werden auch die schulische Entwicklung und die familiäre Situation einbezogen. Bislang sind die Untersuchungen freiwillig. In der Vergangenheit haben insbesondere die Krankenkassen um eine stärkere Akzeptanz geworben, jedoch ohne den erhofften Erfolg.

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